Kastration verhindert Tierleid

Sie schleichen nachts durch die Straßen auf der Suche nach Futter. Viele von ihnen sind krank und schwach, leiden unter enormem Parasitenbefall, doch der Hunger treibt sie immer wieder nach Streunerdraußen. Streunerkatzen sind in Deutschland längst zum Problem geworden. Sie leben in Gartenanlagen und verlassenen Gebäuden – ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft. Viele der Streuner sind dem Hungertod nahe und sterben nicht selten einen langsamen und qualvollen Tod. Und sie vermehren sich unkontrolliert weiter.

Der Ursprung dieser Populationen liegt zu einem großen Teil bei unkastrierten Hauskatzen mit Freigang, die ungehindert Nachwuchs mit Streunern zeugen. Im besten Fall landen die ungewollten Nachkommen dann im Tierheim. Doch vielerorts können die Tierheime wegen Überfüllung keine Katzen mehr aufnehmen. Oft werden die Kleinen dann auf grausame Art und Weise getötet.

Die Kätzchen, deren Schicksal es ist auf der Straße zu leben, sind bereits mit vier bis fünf Monaten geschlechtsreif und vermehren sich weiter. Die nachfolgende Grafik macht sehr deutlich, welche Auswirkungen die unkontrollierte Vermehrung der Katzen hat.

 

Katzenvermehrung

 

Kastration als Alternative

Die einzige nachhaltige und humane Lösung zur Eindämmung der Streunerpopulation ist die Kastration der Streuner und der freilaufenden Hauskatzen. Wir möchten mit diesem Beitrag zum Nachdenken anregen und natürlich möchten wir auch die Katzenbesitzer erreichen, die ihre Lieblinge immer noch unkastriert nach draußen lassen. Vielleicht können wir den einen oder anderen zum Umdenken bewegen – für etwas weniger Tierleid auf dieser Welt.

 

Irrtümer der Kastration

Unsere Kinder sollen das “Wunder der Geburt” erleben dürfen und sehen, wie die kleinen Kätzchen aufwachsen.

Leider läuft eine Geburt nicht immer ohne Komplikationen ab. Die wenigsten Katzenbesitzer informieren sich umfassend vor der Geburt, was im Notfall zu tun ist. Meist ist nicht nur die Katze, sondern auch deren Besitzer hoffnungslos überfordert. Nicht selten kommen Kätzchen tot zur Welt oder sterben kurz nach der Geburt. Für Kinder kann dieses Erlebnis traumatisch sein. Mit Umstellung auf feste Nahrung kommt es oft zu schlimmem Durchfall, da die Umstellung aus Unwissenheit zu schnell erfolgt. Sind die Kitten älter, toben sie durch die Wohnung und haben jede Menge Unsinn im Kopf.

Eine Paarung unter Geschwistern findet nie statt.

Ein fataler Irrtum! Katzen und Kater paaren sich, unabhängig davon, ob sie miteinander verwandt sind oder nicht!

Eine Katze sollte einmal im Leben Nachwuchs haben, das fördert die Gesundheit und ist gut für die Psyche.

Erstgebärende Katzenmütter sind mit ihren Kitten meist hoffnungslos überfordert. Nicht selten sterben die Babys an Unterkühlung oder verhungern. Für den Besitzer bleibt dann nur die Handaufzucht, das bedeutet alle 2 Stunden füttern – auch nachts! Auch das Argument, es wäre gut für Gebärmutter und Eierstöcke ist nicht haltbar, denn die Eierstöcke werden bei der Kastration entfernt, wenn nötig auch die Gebärmutter.

Durch Kastration wird es bald keine Hauskatzen mehr geben.

Diese Befürchtung ist völlig unbegründet, denn eine Kastration aller Hauskatzen und Streuner ist unmöglich.

Eine Katze kann erst ab 3 kg kastriert werden.

Bei Erreichen dieses Gewichtes sind die Tiere bereits geschlechtsreif, Katzen nicht selten schon trächtig. Kater beginnen ihr Revier zu markieren. Eine Kastration ab dem 4. Lebensmonat ist üblich und zu empfehlen.

Bei Frühkastration wachsen die Tiere nicht mehr, Kater bekommen keinen markanten Kopf.

Das Aussehen der Tiere wird von den Genen und nicht von den Geschlechtshormonen bestimmt. Eine Frühkastration wird zwischender 12. und 16. Woche durchgeführt. Anhaltspunkte für ein verändertes Wachstum gibt es bisher nicht.

Die Katze/der Kater soll auch ihren/seinen Spaß haben.

Der Deckakt ist für die Katze kein Vergnügen. Kater haben auf ihrem Penis Widerhaken, die beim Herausziehen der Katze starke Schmerzen bereiten und damit den Eisprung auslösen. Beim Deckakt selbst können Krankheiten wie Katzenaids (FIV) übertragen werden. Kater sind nach ihrer Heimkehr nicht selten übersät mit Wunden, die ihnen Rivalen zugefügt haben.

Die Katze/der Kater ist zu alt um Nachwuchs zu zeugen.

Sowohl Katzen als auch Kater können bis ins hohe Alter sexuell aktiv sein und Nachwuchs zeugen.

Katzen werden sterilisiert, Kater werden kastriert.

Ob ein Tier kastriert oder sterilisiert wird, hängt nicht vom Geschlecht des Tieres ab. Im Normalfall werden sowohl Katzen als auch Kater kastriert. Bei der Sterilisation werden nur die Samenleiter beim Kater und die Eileiter bei der Katze durchtrennt. Dies hat keinerlei Einfluss auf die sexuelle Aktivität der Tiere. Katzen werden weiterhin rollig und Kater streunen umher auf der Suche nach einer Geschlechtspartnerin. Bei der Kastration hingegen werden die Hoden bzw. die Eierstöcke vollständig entfernt. Damit wird die Hormonproduktion verhindert. Die Tiere leben ruhiger.

Unsere Katze ist sehr hübsch und hat ein tolles Wesen, sie sollte diese Eigenschaften unbedingt weitervererben.

Welche Eigenschaften der Nachwuchs hat, ist genetisch vorbestimmt und hängt nicht allein von Ihrer Katze ab, sondern auch von den Genen ihrer Vorfahren und denen des Katers und seiner Vorfahren. Das Resultat ist meist eine bunte Mischung, da sich Hauskatzen mit jedem beliebigen Artgenossen paaren. Man kann unmöglich voraussehen, welche Farbe und welches Temperament die Kitten haben werden. Besser wäre, einer kleinen Katze aus den ohnehin völlig überfüllten Tierheimen ein neues Zuhause zu geben. Hier kann man sich die gewünschte Zeichnung und das Temperament aussuchen.

 

Der beste Zeitpunkt für eine Kastration

Im Durchschnitt werden Katzen und Kater zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat kastriert. Katzen müssen noch nicht rollig gewesen sein und Kater müssen noch nicht mit dem Markieren begonnen haben. Sollten sie dies schon getan haben, besteht die Gefahr, dass sie diese Gewohnheit auch nach der Kastration fortführen. Bei Katzen gibt es die “Stille Rolligkeit”. Der Besitzer bemerkt diese nicht, wohl aber die Kater in der Umgebung. Zudem werden Katzen sehr erfinderisch, wenn sie zu einem potenten Kater wollen. Oftmals springen sie aus dem Fenster oder huschen zur Tür hinaus. Auch vor gekippten Fenstern machen sie nicht Halt, was zu ernsten und lebensbedrohlichen Verletzungen führen kann.